Lexikon

Von Achttagewerk bis zugfeder gut informiert 

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A

Achttagewerk:

Uhrwerk von besonderer Konstruktion, die ein manuelles Aufziehen erst nach jeweils einer Woche erforderlich macht. Beim Armband-Modell „Hebdomas“, welches gegen 1913 auf den Markt kam, überspannte das Federhaus die gesamte Werksfläche.

Analoge Zeitanzeige:

Zeitanzeige über ein Zeigerpaar. Aus der Stellung von Stunden- und Minutenzeiger zueinander ergibt sich die jeweilige Zeit. Heute besitzen, abgesehen von wenigen Ausnahmen, wieder alle hochwertigen Armbanduhren eine analoge Zeitanzeige. Die elektronische Digitaluhr hat ihre Bedeutung weitestgehend eingebüßt.

Anglierung:

Merkmal feiner und feinster Uhren sind u.a. die gebrochenen Kanten der Stahlteile. Die Anglierung wird entweder mechanisch mit den sogenannten „Pantographen“ (Storchenschnabel) angebracht oder in traditioneller Weise mit der Feile von Hand ausgeführt. Idealerweise sollte der Kantenwinkel exakt 45 Grad betragen.

Ankerhemmung:

Hemmung mittels eines Steinankers mit Paletten. Dieses Prinzip wurde um 1715 von dem englischen Uhrmacher George Graham erfunden. Eine Weiterentwicklung, die sogenannte freie Ankerhemmung, auch Schweizer Ankerhemmung genannt, wurde 1765 von Thomas Mudge erfunden und kommt heute in fast allen mechanischen Armbanduhren zum Einsatz.
Funktionsweise: Das Gangrad gibt dem Anker einen Impuls zur Bewegung. Während ein Ende vorgetrieben wird, greift das andere Ende in die Zähne des Gangrades ein. So entsteht eine permanente Bewegung - vergleichbar mit einer Wippe.

Antimagnetisch:

Antimagnetische (auch: amagnetische) Uhren sind durch Weicheisen-Ummantelungen gegen Magnetisierung geschützt. Ist eine Uhr magnetisch geworden, was sich i.d.R. durch Nachgehen bemerkbar macht, kann eine Uhrmacherwerkstatt sie mit Hilfe einer Entmagnetisierungsdrossel von diesem Übel befreien.

Automatischer Aufzug:

Ein Rotor oder eine Pendelschwungmasse spannt die Zugfeder auf dem Weg über eine Wechsel- und/oder Reduktionsgetriebe. Die erforderliche Energie resultiert aus der natürlichen Körperbewegung der Trägerin oder des Trägers der Uhr. Als Erfinder der tragbaren Uhr mit automatischem Aufzug kann der Uhrmacher Abraham Louis Perrelet bezeichnet werden.

 

B

Breguet-Spirale:

Präzisions-Unruhespirale mit hochgebogenem äußerem Ende. Dadurch kann sie sich besser konzentrisch entwickeln als eine flache Spiralfeder.

Breguet-Zeiger:

Beliebte, hochelegante und sehr klassische Zeigerform mit einem Loch in der Spitze. 

Brücke:

Die Brücke ist ein Lagerhalter im mechanischen Uhrwerk, der an beiden Seiten mit der Platine verbunden ist. Er ragt brückenartig über das Zahnrad (auch über mehrere Zahnräder) oder die Unruh. Damit unterscheidet er sich vom Kloben.

 

C

Cabochon:

Rundgeschliffener Zierstein, manchmal als Abschluß einer Aufzugskrone eingesetzt.

Cäsiumuhr:

Atomuhr, bei der die Zahl der Schwingungen in der Elektronenhülle des Cäsiumatoms das Maß der Zeit darstellt.

Chronograph – Rattrapante:

An einem Werk mit Chronograph im Zentrum angebrachter Zeiger, mit dessen Hilfe Zwischenzeiten gestoppt werden können, ohne daß der eigentliche Sekundenzeiger des Chronographen angehalten werden muß.

Chronometer:

Besonders exakt gehende Uhren, deren hohe Ganggenauigkeit durch das Zertifikat eines Chronometer-Prüfungsinstituts bescheinigt worden ist. Geprüft werden Chronometer etwa von der Sternwarte in Hamburg. Taschen-, Armband- und Schiffschronometer sowie Beobachtungsuhren können dieses Zertifikat erhalten.
Chronometer dürfen sich nur jene Uhren nennen, die aufgrund ihrer Präzision und hervorragender Zeitmeßergebnisse amtlichen Prüfungen standgehalten haben. Diese Prüfungen dauern 15 bis 22 Tage, die Uhren werden dabei in verschiedenen Temperaturen und Lagen getestet. Wenn bei diesem Test bestimmte Gangabweichungen nicht überschritten werden, stellt das prüfende Institut einen Gangschein aus. So muß z.B. der mittlere tägliche Gang eines Chronometers in fünf Lagen im Bereich von –4 Sekunden/Tag bis +6 Sekunden/Tag liegen.

 

D

Duplexhemmung:

Im Jahre 1724 von Jean-Baptiste Dutertre (1684 - 1734) erfundene ruhende Hemmung, deren Hemmungsrad zwei Reihen (duplex) von Zähnen besitzt, die senkrecht zueinander am Radreifen angebracht sind. Vorwiegend in Taschenuhren gebraucht.

 

E

 

F

Federhaus:

Trommelförmiges Gehäuse zur Aufnahme der Triebfeder, meist mit Deckel verschlossen. Bei Uhren mit Schnecke ist das Federhaus nicht gezahnt, bei Uhren ohne Schnecke jedoch fast immer gezahnt und somit das erste Rad der Uhr. Ausnahmen sind die Feststehenden Federhäuser.

Feinregulierung:

Vorrichtung zur Einstellung der Ganggeschwindigkeit während die Uhr läuft.
Großuhren: Das Pendel hängt an einem Faden oder an einer Blattfeder. Bei der Feinregulierung verändert man die Pendellänge (kürzer/länger) während das Pendel schwingt.
Kleinuhren: Während die Unruh schwingt, verändert man die wirksame Länge der Spirale (+/-). Dies geschieht durch Verstellen eines Hebels (Rücker- oder Stellscheibenzeiger)

Fly-Back:

Von Dubey & Schaldenbrand 1946 patentierte Variante des Mono-Rattrapante mit Doppelzeiger, bei dem Chrono- und Schleppzeiger über eine Spiralfeder miteinander gekoppelt sind.

 

G

Gangabweichung:

Aufgrund unterschiedlicher Umwelteinflüsse wie Temperatur oder Lage des Werkes kann der Gang unterschiedlich ausfallen. Die Gangabweichung drückt den Unterschied zwischen zwei gemessenen Gängen aus.

Gangreserve:

Zeit, die zwischen Vollaufzug und völliger Entspannung der Zugfeder vergeht.

Gegengesperr:

Besondere Vorrichtung, die es ermöglicht, daß die Uhr beim Aufziehen weiter läuft. Primär in hochwertigen, gewichtsgetriebenen Uhren, speziell Bodenstanduhren.

Genfer Punze:

(auch: Genfer Siegel, Poinçon de Genève) Aus dem Jahre 1886 stammende Qualitätsauszeichnung der Stadt Genf. 1957 und 1994 wurde die Bestimmung neu gefaßt und umfaßt nun v.a. zwölf Festlegungen zur exakten Verarbeitung und Einstellung von Werkteilen, jedoch keine Ganggenauigkeitsprüfung. Vorgelegt werden können nur Uhren, deren Zusammenbau und Reglage im Kanton Genf erfolgt ist.

Genfer Streifen:

Besondere bandförmige Verzierung auf Platinen, Brücken und Kloben.

Geozentrisches Ziffernblatt:

Zifferblatt astronomischer Uhren, deren Anzeigen auf dem Ptolemäischen Weltbild beruhen. Sie besitzen allgemein nur drei Zeiger: Den Sonnenzeiger, der zugleich Stundenzeiger ist, den Mondzeiger und einen kreisförmigen Tierkreiszeiger; jeder von Ihnen dreht sich täglich einmal: der Sonnenzeiger an einem Sonnentag, der Mondzeiger an einem Mondtag (24 Stunden, 50 Minuten und 32 Sekunden), und der Tierkreiszeiger vollendet einen Umlauf an einem Sterntag. Ein Beispiel ist die Rathausuhr in Prag.
Beim heliozentrischen Zifferblatt, z.B. an der Uhr in der Rostocker Marienkirche, zeigen - unabhängig vom Stundenzeiger - der Sonnen- oder der Mondzeiger ihre derzeitige Stellung im Tierkreis an.

Guillochieren:

Mechanisches, maschinelles Gravieren von Metall. Die Guillochiermaschine erzeugt regelmäßige geometrische Linienmuster. Jede gravierte Linie ist ein grafisches Abbild mehr oder weniger kompliziert überlagerter Kreisbewegungen einer Rädermechanik. Diese Dekorationstechnik ist seit dem 18. Jahrhundert bekannt. Allgemein verbreitet ist sie jedoch erst während des 19. und im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts.

 

H

Halbsavonette:

Savonette mit kreisförmigem Fenster im vorderen Deckel, durch das die Zeit auch ohne das Öffnen des Deckels abgelesen werden kann.

Halbschwingung:

Winkel, den die schwingende Unruh zwischen ihren beiden Umkehrpunkten beschreibt. Zwei Halbschwingungen werden als Schwingung bezeichnet, hörbar als "Tick-Tack".

Handaufzug:

Die Zugfeder wird durch tägliches Aufziehen mit der Aufzugskrone gespannt.

Hemmung:

Sorgt für schrittweisen, regelmäßigen Ablauf mechanischer Uhren, erkennbar am Ticken. Das Hemmungsrad überträgt schubweise die Energie vom Räderwerk auf den Gangregler (Pendel oder Unruh) indem es diesen bei jeder Schwingung anstößt. Nach dem Anstoß schwingt das Pendel oder die Unruh ohne Antrieb und blockiert das Hemmungsrad bis zum nächsten Anstoß.
Man unterscheidet nach der Bewegung des Hemmungsrades die rückfallende und die ruhende Hemmung. Bei der freien Hemmung schwingt der Gangregler nach jedem Impuls ohne Verbindung mit der Hemmung.

 

I

Indikationen:

Bezeichnungen für sämtliche neben der Zeitangabe vorhandene Anzeigen, wie des Kalenders, der Römerzinszahl (die sogenannte Indikation, ein Zyklus von 15 Jahren), der Mondphasen oder der Zeit anderer Zeitzonen

 

J

 

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K

Kaliber:

Bezeichnungen für sämtliche neben der Zeitangabe vorhandene Anzeigen, wie des Kalenders, der Römerzinszahl (die sogenannte Indikation, ein Zyklus von 15 Jahren), der Mondphasen oder der Zeit anderer Zeitzonen

Komplikation:

Uhrwerk mit einem oder mehreren zusätzlichen Mechanismen (Schlagwerk, Kalender, Repetition, Chronograph, Wecker).

Krone:

Seitlich am Gehäuse befindliches geriffeltes Rad zum Einstellen der Uhrzeit (oder weiterer Anzeigen wie Datum, zweite Zeitzone) und bei Handaufzugsuhren zum Spannen der Zugfeder.

 

L

Lünette:

Ring aus Metall mit einer Nut, in die das Uhrglas eingelegt wird. Die Lünette ist Teil des Uhrgehäuses.

 

M

Manufaktur:

Hersteller, der sowohl das Werk als auch die weiteren wesentlichen Teile der Uhr selbst anfertigt. (Ein recht umstrittener Begriff, da er eine exklusive Auslese unter den zahlreichen Anbietern herbeiführt. Deshalb sehr begehrt und aus Werbegründen gerne beansprucht, obwohl nicht immer zu Recht. Man rechnet heute im strengen Sinn nur ca. 13 Hersteller zu dieser Gattung, darunter: Patek Philippe, Vacheron & Constantin, Audemars Piguet, Rolex, Jaeger-LeCoultre, Piaget, Girard-Perregaux, Zenith, Lange, IWC, Glashütte, Minerva, Universal Genève, seit neuestem auch Chopard)

Mechanische Uhr:

Klassischer Uhrentyp ohne elektronisches Schwingungssystem.

Mikrorotor:

Kompakter Schwungrotor einer Automatikuhr, der durch seinen kleineren Durchmesser in das Uhrwerk integriert werden kann und dadurch die Gehäusehöhe voll ausnutzen kann.

Minuterie:

Auf dem Zifferblatt umlaufende Einteilung der Minuten, oft zwischen zwei Kreise eingefaßt (Eisenbahnminuterie = sieht aus wie Eisenbahnschienen) und teilweise mit ‘5’-Minutenzahlen versehen.

Mondphase:

Gibt die Phasen/den Stand des Mondes als Bild und/oder Zahl an (Mondalter: 1 bis 29,5 Tage). Dies erfolgt meist, schon bei frühen Großuhren, gelegentlich auch Taschenuhren, mit Hilfe einer hinter einem Ausschnitt bewegten, meist bemalten Scheibe.

Mono-Rattrapante:

Aufgrund des geringeren Bauaufwandes preisgünstigere Variante des Schleppzeiger-Chronograph bzw. Rattrapante mit nur einem Stoppzeiger und zwei Chronographen-Drückern. Beim Festhalten des unteren Drückers hält der Stoppzeiger an, um die Zwischenzeit abzulesen, und springt beim Loslassen an die Position, die er beim Weiterlaufen ohne Stopp eingenommen hätten. Das mögliche Differenzintervall beträgt dadurch maximal 60 Sekunden.

Mysterieuse:

Tischuhren mit einem zunächst nicht erkennbaren, unsichtbaren Antrieb der Zeiger oder des Pendels.
Die von Robert Houdin (1805 - 1871) vervollkommneten Uhren besitzen eine sich drehende Glasscheibe mit einem darauf befestigten Zeiger, die über eine an ihrem Rand verdeckt angebrachte Zahnung angetrieben wird. Eine zweite feststehende Glasscheibe trägt den Zifferring.
2. Bei Figurenuhren als Mysterieuse ist zunächst nicht erkennbar, wodurch das Pendel angetrieben wird. Die Pendel haltende Figur erfährt aus dem Werk ein winziges Kippmoment, das das Pendel zum Schwingen bringt.
Uhr als komplettes schwingendes Pendel ohne sichtbaren Antrieb auf zwei Lagern, z.B. auf dem Arm einer Figur, das so gewichtsmäßig ausbalanciert ist, daß durch ein kleines Pendel im Innern des Uhrgehäuses die komplette Uhr schwingt.

 

N

 

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O

Offiziersuhr:

Technisch vollendete und dekorative Reiseuhren des 18. und frühen 19. Jahrhunderts, meist mit einem Messinggehäuse, Schlagwerk und Repetition, häufig auch mit Viertelstundenschlag und Weckerwerk. Bekannt sind die formvollendeten Schweizer Offiziersuhren mit vergoldeten Bronzegehäusen.

 

P

Platine:

Platte (häufig aus Messing, z.T. aus Eisen, seltener aus Holz), die das Uhrwerk trägt. Zwischen den zumeist zwei Platinen lagern die Wellen des Räderwerkes.
Taschenuhren besitzen seit etwa 1840 häufig nur eine Platine, auf der das Werk mit Brücken sich aufbaut.

Platinebauweise:

Werkgestell, bestehend aus zwei Platten (Platinen), die durch auf der Innenseite befestigte Abstandshalter zusammengehalten und zwischen die die Räder gelagert werden. Sie wurde zuerst bei den Kleinuhren in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts verwendet. Die letzte, jedoch häufigste Bauart.

 

Q

Quarzuhr:

Zeitmesser, in dem weder Feder, Unruh noch Hemmung vorhanden ist. In einem Quarzwerk wird ein Kristall zum Schwingen gebracht. Die gleichmäßige Schwingung wird nun genutzt, um mit Hilfe eines Chip, also einer integrierten Schaltung, einen Motor anzutreiben. Im Rhythmus der zugeführten Impulse dreht dieser ein Räderwerk. Vorteil ist die sehr hohe Ganggenauigkeit und der geringe Platzverbrauch, Nachteil die Umweltvergiftung durch die Batterie und die Abhängigkeit vom Batteriewechsel.

 

R

Regulator:

Pendeluhr mit Gewichtsantrieb und Kompensationspendel. Bei diesem Uhrentyp dominiert als einziger großer Zeiger der Minutenzeiger, während Stunden- und Sekundenzeiger sich jeweils dezentral in kleineren Zifferblattbereichen drehen.
Der Begriff Regulator wird jedoch nicht nur für Präzisionspendeluhren verwendet, sondern auch für (Wiener) Wanduhren mit Pendel und Feder/Gewichtsantrieb in hochrechteckigen, dreiseitig verglasten Gehäusen, die Ende des 19./Anfang des 20. Jahrhunderts massenhaft hergestellt wurden.

Regulierung:

Feineinstellen einer Uhr mit mechanischem Schwingsystem. Es gibt unterschiedliche Verfahren und Qualitäten: Bei normaler Regulierung wird der Gang der Armbanduhr mit "Zifferblatt oben" und "Krone oben" gemessen und auf maximal 30 Sekunden Gangabweichung eingestellt. Bei Regulierung in verschiedenen Lagen wird in 2, 5 oder 6 Lagen reguliert, etwa horizontal: "Zifferblatt oben" (ZO), "Zifferblatt unten" (ZU) und vertikal: "Krone oben" (KO), "Krone links" (KL), "Krone rechts" (KR), "Krone unten" (KU). Bei Regulierung der Temperaturkompensation wird der Gang jeweils 24 Stunden bei 4°C, 20°C und 36°C gemessen und reguliert.

Repetition:

Zusätzliches Läutwerk einer Uhr, das Minuten, Viertelstunden und/oder Stunden akustisch verdeutlich. Die meisten Rechen-Selbstschlagwerke sind so eingerichtet, daß sie die zuletzt geschlagene Zeit wiederholen, wenn ein entsprechende Auslösemechanismus betätigt wird.

Rohwerk:

Die rohen Einzelteile einer Uhr - Platinen, Räder, Hebel und Schrauben -, die fabrikmäßig hergestellt, zusammengesetzt und verkauft wurden. Der Kunde, ein Uhrmacher, paßt die Teile genau aufeinander an, verfeinert das Uhrwerk und baut es schließlich zum Wiederverkauf in ein Gehäuse ein. Die größten Rohwerkhersteller arbeiten seit dem 18. Jahrhundert in der Schweiz.

 

S

Savonette:

Meist flache Taschenuhren mit Sprungdeckel, die vom späten 18. bis in das 20. Jahrhundert hergestellt worden sind. Zifferblatt und Zeiger sind anders als bei der Halbsavonette nicht sichtbar.

Schiffschronometer:

Auf Schiffen seit dem 17. Jahrhundert mitgeführte Uhren, meist mit Chronometerhemmung und Kardanischer Aufhängung des Werkgehäuses. Benutzt werden Schiffschronometer zur Längenbestimmung auf See.

Schlagwerk:

Zuständig für die akkustische Zeitangabe, meist durch Schlag auf Glocke oder eine Tonspirale.
Üblich ist der Halbstunden- und Stundenschlag; dazu kommen bei einigen Uhren auch der Viertelstundenschlag. Taschenuhren haben manchmal auch Schlagfolgen für Achtelstunden und für Minuten.
Das Schlagwerk besteht aus einem eigenen Antrieb (Gewicht oder Feder) und Räderwerk, es wird vom Geh- oder Zeigerwerk ausgelöst. Die Schlagfolge regelt eine Schloßscheibe oder Staffel.

Schleppzeiger-Chronograph:

Diese Art von Chronograph wurde früher Doppelzeiger-Chronograph oder "nachspringende Sekunde" genannt, ein Synonym hierfür ist Rattrapante (von französisch rattraper = wieder einholen). Der Schleppzeiger, ein zweiter großer Stoppzeiger, wird angehalten, um eine Zwischenzeit zu stoppen, beim Loslassen springt er auf den Stand des anderen Stoppzeigers nach und läuft mit diesem synchron weiter. Hierdurch können beliebig viele Zwischenzeiten genommen werden (sofern es sich nicht um Abstände von nur wenigen Sekunden handelt). Dieser Uhrentyp verschwand in den 60er Jahren, erlebte aber nach Wiedereinführung durch Blancpain im Jahre 1989 eine erfolgreiche Wiederkehr bei zahlreichen Herstellern.

Schnecke:

Sorgt für die Übertragung konstanter Kraft auf das Räderwerk.
Die Schnecke hat die Gestalt eines Kegelstumpfs. Auf ihrer Oberfläche windet sich schneckenförmig eine Rille. Diese Rille nimmt eine Kette oder Darmsaite auf, deren anderes Ende an der Federhaustrommel befestigt ist. Ist die Feder aufgezogen, hat sie also am meisten Kraft, zieht die Schnecke am kleinsten Durchmesser der Schneckenwindung; ist dagegen die Feder fast entspannt, zieht die Kette/Darmsaite am größten Durchmesser: Die Schnecke gibt so ein konstantes Drehmoment ans Räderwerk weiter (vorausgesetzt Schneckenform und Räderwerk sind aufeinander abgestimmt).

Schraubkrone:

Mit dem Gehäuse verschraubbare Aufzugskrone, die für eine komplette Wasserdichtheit sorgt. Zuerst von Rolex 1926 im Oyster-Modell eingesetzt und ein Jahr später bei der Durchschwimmung des Ärmelkanals durch Mercedes Gleitze publikumswirksam erprobt

Skelettierung:

Um der Uhr ein filigraneres Aussehen zu verleihen, werden Brücken, Platinen, Zifferblätter und ggf. Rotoren so ausgesägt, daß möglichst wenig Material übrigbleibt und durch Uhrglas und Glasboden ein kunstvolles Ornament sichtbar wird. Besonders aufwendig ist dies bei Chronographen, die über beträchtlich mehr zu bearbeitende Teile verfügen als einfache Uhren. Skelettierte Werke werden oft noch mit feinen Gravierungen und Ziselierungen versehen. Es gibt manuelle und maschinelle (computergesteuerte) Skelettierung.

Skelettuhr:

Im späten 18. und im gesamten 19. Jahrhundert vorzugsweise in Frankreich und in England gefertigte Tischuhren unterschiedlicher Konstruktion, bei denen das Werk bewußt sichtbar gelassen und durch die Verwendung schmaler und durchfensterter Platinen gut zu übersehen ist.

Spindelhemmung:

Sie ist die älteste (rückfallende) Hemmung. Abwechselnd greifen die Lappen der Spindel (die Welle mit den beiden lappenartigen und im Winkel von etwa 110o - bei Taschenuhren - zueinanderstehenen Fortsätzen) in das Hemmungsrad, das die Form eines Kronrades mit sägeähnlichen Spitzen hat, und lassen es um jeweils einen Zahn weiterlaufen.

Spiralfeder:

Die Spiralfeder bildet zusammen mit der Unruh das Schwingungssystem. Sie besteht aus einem dünnen Flachdraht, zumeist aus Nivarox.

Sprungdeckel:

Flache Metallschale als vorderer Deckel bei Taschenuhren des 19. und 20. Jahrhunderts, die das Glas schützt und meist auf Knopfdruck aufspringt.

Storchenschnabel:

Ein kleiner Kipphebel an der Schlagwerksauslösung, der nach Auslösung des Schlagwerks durch einen Stift an einem Rad des Gehwerks zurückfällt und so bewirkt, daß nach der erfolgten Stundenzahl das Schlagwerk wieder arretiert wird. Es ist dies die älteste Art von Schlagwerksystem. Die Schlagwerksauslösung erfolgt schleichend und ist nicht so genau.

Stoßsicherung:

Elastisch gelagerte Steinlager der Unruhwelle sorgen dafür, daß deren Zapfen bei Stößen und beim Herunterfallen der Uhr nicht brechen. Die gebräuchlichste Stoßsicherung ist heute Incabloc, eine weitere ist Kif-Flector.

Stundenwinkeluhr:

Von Charles Lindbergh entworfener Uhrentyp, der unter Zuhilfenahme eines Sextanten, des Nautischen Almanachs und des Zeitzeichens aus dem Radio eine präzise Bestimmung des Stundenwinkels von Greenwich, also der geographischen Länge ermöglicht. Diese Uhr wurde von Longines realisiert und ist gegenwärtig als Nachbau des historischen Originals sowie in kleineren Größen erhältlich.

Swiss Made:

Als Schweizer Uhr gelten Uhren, deren Werk in der Schweiz zusammengesetzt, in Gang gesetzt, reguliert und vom Hersteller kontrolliert worden ist, ferner wenn es mindestens 50% aller Bestandteile aus schweizerischer Fabrikation enthält (dem Wert nach gerechnet), und es in der Schweiz der dort geltenden technischen Kontrolle unterliegt.

 

T

Tachymeter:

Uhrenskala zum Messen der Geschwindigkeit. Wird bei einem Chronograph beim Passieren eines Kilometersteins der Sekundenzeiger gestartet, so zeigt dieser beim Erreichen des nächsten Kilometersteins auf der Tachymeterskala die Geschwindigkeit an.

Tourbillon:

Taschenuhr mit Drehgestell, das sich, wenn es vom Sekundenrad angetrieben wird, mit der Unruh und Hemmungsteilen einmal in der Minuten dreht und eine Unwucht des Unruhsystems und damit Lagefehler ausgleicht. Diese Konstruktion wurde erstmals von Abraham Louis Breguet (1747 - 1823) ausgeführt. Vom Zwischenboden (Kleinbodenrad) angetriebene Drehgestelle drehen sich je nach Übersetzungsverhältnis in 5 bis 10 Minuten, vom Minutenrad getriebene Drehgestelle nur einmal in der Stunde. Sie sind erstmals in England von Bonniksen gebaut worden und werden Karusselluhren genannt.

Tritium:

Leicht radioaktives Leuchtmaterial zur Markierung auf dem Zifferblatt, heute aufgrund der harmlosen Strahlenbelastung anstelle von Radium verwendet.

 

U

Unruhe:

Taktgebendes Schwungrad, das das gleichmäßige Vorrrücken der Zeiger über das Räderwerk ermöglicht. Die Unruhe ist in Verbindung mit der Unruhspirale das gangregelnde Organ einer mechanischen Uhr. Von der Konstruktion hängt die Präzision eines Zeitmessers ganz entscheidend ab.

 

V

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W

Weltuhr:

Zeitmesser, der die Zonenzeiten der Erde an verschiedenen Orten anzeigt.

 

X

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Y

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Z

Zeigerwerk:

Dient zum direkten Antrieb der Zeiger. Zahnräder und Achsen meistens unter dem Zifferblatt. Das Zeigerwerk wird vom Gehwerk angetrieben, es besteht normalerweise aus drei Rädern: Minutenrad, Wechselrad und Stundenrad. Gewöhnlich liegt die Übersetzung bei zwölf zu eins, bei astronomischen Uhren bei vierundzwanzig zu eins, bei machen Italienischen Uhren sechs zu eins.. Bei den späteren Uhren löst ein Rad des Zeigerwerks das Schlagwerk aus.

Zugfeder:

Im Federhaus eingelegte Metallfeder, die die entweder durch Handaufzug oder automatischen Aufzug zugeführte Energie speichert.